Felix Rodewaldt von Downstairs Galerie

Er hat sich schon über München hinaus einen Namen gemacht: Der 23-Jährige Felix Rodewaldt. Sein Ausdrucksmedium ist Klebeband, nicht nur als Ersatz für den Pinselstrich auf Leinwand, sondern auch dreidimensional in Räumen angebracht. Perspektive, Raum und Illusion – Felix Rodewaldt erforscht die Wahrnehmung klebend.

Heitsch Galerie | Felix Rodewaldt from Korbinian Lenzer on Vimeo.

Zu sehen war Felix Rodewaldt mit seinen großflächigen Arbeiten vor kurzem schon beim AABER AWARD in der Alten Polizeiwache, in der Heitsch Gallery und jetzt mit Unterstützung von der Downstairs Galerie in der Lilienstraße 9 in einem privaten Haus mit einer imposanten Ausstellung über zwei Stockwerke.

Im ersten Stock, neben dem verklebten Raum, der auf den ersten Blick dem Gehirn einen gehörigen Sinnesverwirrer verpasst, ist eine versteckte Juwele auf einem Fenstersims zu finden: Felix Rodewaldts kiloschweres Fotobuch, dass seine 3-monatige Reise durch Indien dokumentiert. Rodewaldt kann also auch mit der Kamera umgehen und sieht neben all den Kilometern von Klebeband, welches er inszwischen schon in Zimmern von Freunden und verschiedensten Nachtclubs verklebt hat, auch noch richtige Momente in anderen Kulturkreisen. Denn das Buch steckt voller gekonnt festgehaltenen, durchdringenden Affenblicken, extatischen Zeremonien und heiligen Orten und lässt ein wenig einen Zusammenhang des mystischen Indiens zu seinen Klebewerken erahnen. Zudem verrät dieses Fotobuch ein Mal mehr, dass hinter den meisten Künstlern mehr steckt, als ihr Branding oder der eine Stil, den Galeristen sich so oft für die bessere Vermarktung wünschen.

Trotzdem – Felix Rodewaldts Klebebandräume wirken – ob in mehrstöckigen Häusern oder auf der Leinwand in einer Galerie.

____________

Eindrücke zu Felix Rodewaldts Vernissage in der Lilienstraße 9, München.

Fotos: Veronika C. Dräxler

There is one comment

Schreibe einen Kommentar zu Falschetto Cancel